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Kloster Mariendonk

Tage religiöser Orientierung im Kloster ? Kurs KR Stufe 13 der Hulda-Pakok-Gesamtschule

Zum dritten Advent ins Kloster? Dieses Vorhaben hatte Vor- und Nachteile. Die SchülerInnen waren noch müde und abgespannt von der vorausgegangenen Schulwoche. Eine Reihe von Klausuren und viele lange Tage mit dem schulüblichen Unterricht bis 16.00 Uhr lagen hinter ihnen. So brauchten sie mit Sicherheit Ruhe, Entspannung und Zeit für sich, doch möglicherweise nicht gerade eine religiöse Sonderveranstaltung. Allerdings war der gesamte Kurs seit Wochen neugierig auf ?echtes? Klosterleben, mit dem noch bisher niemand Erfahrung gemacht hatte. Immerhin kommt man als moderner Düsseldorfer Schüler einer Gesamtschule wenig mit der abgeschiedenen Welt des klösterlichen ?ora et labora?, mit Stundengebet, Ordenstracht und tief religiösen Menschen in Berührung. Dies alles einmal selbst zu erleben, dazu auch noch nach Möglichkeit ein paar abiturrelevante Themen zu bearbeiten, hatte die SchülerInnen bewogen, zum dritten Advent diese Fahrt zu planen und anzutreten.

 

Das Kloster Mariendonk ist nicht mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu erreichen, so dass die Anreise bis nach Kempen mit der Bundesbahn, die letzten Kilometer aber mit einem großen Sammeltaxi erfolgten. Freundliche und meistens auch geräumige Einzel- und Doppelzimmer wurden bezogen. Mit der Arbeit haben wir nicht direkt angefangen. Vielmehr suchten wir uns erst einmal im klösterlichen Rhythmus von Gebets- Arbeits- und Ruhezeiten einzufinden, indem wir das Mittagsgebet besuchten, kräftig zu Mittag aßen und einen langen, gemeinsamen Spaziergang unternahmen. Die Teilnahme an der Liturgie ist in Mareindonk für junge Frauen im Chorgestühl der Klosterschwestern möglich. Dies nutzte unser Kurs, so dass alle fünf Schülerinnen mit den Schwestern bei fast allen Gebetszeiten gemeinsam in die Klosterkirche einzogen und die Psalmen und Gebete mitsangen. Die zwei jungen Männer des Kurses befanden sich währenddessen in dem Gästen des Klosters vorbehaltenen Bereich hinter dem Altar. Das Stundengebet mit seinem strengen Aufbau empfanden die Kursteilnehmer individuell verschieden - manche als faszinierend und schön - andere als fremd und streng, möglicherweise auch provokant Die Psalmen, die gesungen wurden, behandelten zum Teil Themen, die anhand des Buches Hiob und der alttestamentlichen Weisheitsliteratur im Unterricht gerade vorher behandelt worden waren. Sie wirkten daher fast wie ein geheimnisvoller Kommentar zum vorausgegangenen Unterricht.

 

In den Arbeitsphasen zogen sich die SchülerInnen häufig in ihre Zimmer zurück, um Texte allein zu lesen oder in Kleingruppen zu bearbeiten. Gemeinsam wurden dann später die Arbeitsergebnisse ? mitunter auch kontrovers ? diskutiert. Neben dem Abiturrelevanten kamen immer wieder Fragen zur Sprache, die sich aus dem Erlebnis ?Kloster? ergaben. Wie ist der Gegensatz zu verstehen, dass die Schwestern im Chorgebet so streng und diszipliniert wirken und im Umgang mit den SchülerInnen ansonsten so ungezwungen freundlich sind und sogar gerne lachen? Was passiert eigentlich, wenn jemand während des Stundengebets ohnmächtig wird? Muss man total religiös sein, um den Weg ins Kloster zu finden? Ist so viel Beten, wie es im Kloster vorgesehen ist, nicht eigentlich Zeitverschwendung? Wie ist das Rezept für den leckeren Nachtisch vom Mittagessen?

 

Auf viele dieser Fragen gab uns die Äbtissin Dr. Christiana Reemts in einem längeren Gespräch Auskunft. Für den Fall, dass jemand beim Stundengebet ohnmächtig wird, hat eine Schwester, die ausgebildete Krankenschwester ist, immer Kreislauftropfen dabei. Die Äbtissin selbst ging als junge Frau ins Kloster, obwohl sie als Teenager fast nichts mit Religion anfangen konnte. Wenn es Gott wirklich gibt ? wie soll dann das Gebet Zeitverschwendung sein?
Mit vielen intensiven Eindrücken fuhren wir am Sonntagmittag zurück. Und das Rezept für den Kirschnachtisch haben wir auch bekommen.

S. Ackermann

[Homepage:Erzbistum Köln]

?Die Klosterfahrt hat mir die Möglichkeit gegeben, eine für mich früher fremde Welt kennen zu lernen. Obwohl die Fahrt nicht alle meine Erwartungen erfüllt hat, finde ich, so eine Erfahrung muss man gemacht haben.?
(Lydia)

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?Das Beste, was mir aus der Erfahrung im Kloster einfällt, ist der riesige Unterschied zwischen diesen zwei Welten, dem heutigen modernen Leben und dem Leben im Kloster. Das, was in der Welt draussen die meiste Priorität hat, zählt im Kloster fast nicht oder gar nicht. Das gute Aussehen, viel besitz, Geld, möglichst viele Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, hauptsächlich konsumieren ? davon, hatte ich den Eindruck, kann man sich im Kloster wirklich befreien. Die Tatsache, dass die Schwestern die meiste zeit im Schweigen verbringen, empfand ich ebenfalls als ein krasser Gegensatz zum Leben ?draußen?, wo man ständig bedudelt von Medien und Menschen wird.?
(Tatjana)

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?Die Fahrt ins Kloster Mariendonk war sehr interessant, denn man sieht nicht jeden Tag wie Menschen im Kloster leben. Das Erlebnis war sehr eindrucksvoll, vor allem die Möglichkeit an den Gebetszeiten teilzunehmen. Alle Frauen im Kloster waren sehr freundlich und kochen können sie auch sehr gut, denn von den Speisen war ich angenehm überrascht. Dabei  haben wir auch was für unsere Religionsunterricht gemacht und hatten genug Zeit um uns ins unsere Zimmer zurückzuziehen, und Zeit zum Nachdenken und Ausruhen zu haben. Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe, denn manchmal braucht jeder Mensch einen Ort, wo man die Ruhe hat um über sein Leben nachzudenken.?
(Julia)

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?Am 15.-16. Dezember ist unser Reli-Kurs in die Benediktinerinnen Abtei Mariendonk, ein Kloster nahe Kempen, gefahren. Was uns dort erwarten würde konnte keiner von uns sagen. Mit gemischten Gefühlen von Erwartung und Skepsis traten wir unseren Ausflug an.
Im Kloster angekommen wurden wir zunächst herzlich von einer der Benediktinerinnen begrüßt. Gleich fühlten wir uns nicht mehr fremd. Nach einer kleinen Führung durch den öffentlichen Teil des Klosters und einem wohlschmeckendem Mittagessen, genossen wir die Ruhe des Klosters und tankten ein wenig Energie nach den letzten Wochen Klausurstress. Nach kleinen Nickerchen und entspanntem Lesen machten wir einen ausgiebigen Spaziergang, um jegliche Müdigkeit loszuwerden.
Endlich ausgeruht und wach widmeten wir uns der Arbeit zu. In kleinen Gruppen bearbeiteten wir Themen wie Auferstehung Jesu, Jesus Leben oder die Frage des Leidens. Da die Hälfte des Kurses Religion im Abitur hat war diese Intensiv Beschäftigung eine zum Teil gute Wiederholung und zum anderen Teil eine gute Ergänzung.
Für die Mädchen des Kurses gab es neben gutem Essen und intensiver Arbeit noch eine weitere Besonderheit. Sie durften bei den Gebeten mit den Benediktinerinnen in die Kirche einziehen und mit ihnen beten und singen. ?Es hat einerseits was bedrohliches, anderseits etwas faszinierendes, wenn die Benediktinerinnen sich im dunklen Gang aufstellen und sich bereit machen in die Kirche einzuziehen.?, sagte eine der Mädchen beeindruckt. Eine andere berichtet: ?Der Gesang, mit dem die Nonnen beten, ist so umwerfend und erfüllt die ganze Kirche. Nur wie die Nonnen zum Teil so wüste Texte beten können, ist mir nicht klar.?
Auf diese und andere Fragen hat Äbtissin Christiane eine Antwort oder besser gesagt eine Erklärung, wie sie die Dinge sieht.
Die Klosterfahrt hat mich persönlich beeindruckt. Vor allem das Gespräch mit der Äbtissin Christiana hat mich zwar nicht vom christlichen Glauben überzeugt, aber einige Warums gestrichen und ein besseres Verstehen ermöglicht. Eine solche Erfahrung, ein Wochenende in einem Kloster, hat meinen Horizont erweitert und einige Vorurteile beseitigt.?
(Marlene Hildebrand)

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Fahrtbericht zum Klosteraufenthalt im Dezember 2007
?Samstag früh 8.30Uhr. Müde schreite ich in den Düsseldorfer Hauptbahnhof auf der Suche nach meinem Religions-Kurs. Kurz darauf entdecke ich auch schon das kleine Grüppchen verschlafener Schüler und nachdem sich auch noch etwas Kaffee auf der Jacke eines Mitschülers verteilt, ist dessen Müdigkeit nicht anfechtbar  ;) .
Zusammen gehen wir aufs Gleis, steigen in den Zug und kurze Zeit später sind wir auch schon in Kempen angekommen. Jetzt noch schnell ein Taxi finden, dass für uns groß genug ist und wenige Augenblicke später fahren wir in die Auffahrt eines kleinen, schnuckeligen Klosters und werden von der Pfortenschwester herzlich empfangen.
Im Kloster werden wir von Schwester Theresia betreut, die ebenfalls, trotz ihrer etwas strengen Art, sehr nett ist und uns unsere Zimmer zuweist.
Nachdem auch diese bezogen sind, treffen wir uns in dem uns zugeteilten Gruppenraum zu einer kurzen Arbeitsphase und gehen anschließend zusammen zum Gebet um uns danach mit dem Mittagessen zu stärken.
Nagut, bevor ich jetzt noch weiter in alle Details gehe, möchte ich sagen, dass der Klosterbesuch wirklich sehr interessant war.
Besonders in den wenigen Minuten vor dem Gebet, in denen man in einem Gang auf den Einzug in die kleine Kapelle wartet, bereitet es einem ein mulmiges Gefühl. Es hat schon etwas Beeindruckendes an sich.
Es ist zwar etwas schwer, beziehungsweise kompliziert während des Gebets mit allen Bewegungen mitzukommen, aber gerne ist man von einer, neben einem sitzenden, schmunzelnden Schwester auf den Fehler hingewiesen worden oder es wurde einem die richtige Seitenzahl gezeigt.
Die Arbeitsphasen während unseres Klosteraufenthaltes sind sehr intensiv und hilfreich, sodass es sogar vorkommt, dass wir Schüler uns FREIWILLIG in unserer FREIZEIT in Kleingruppen oder teilweise auch alleine auf unser Zimmer setzen und weiterarbeiten.
Einen Großteil der Dinge, die wir für unser Abitur benötigen, können wir so wiederholen und deshalb kann ich solch eine "besinnliche Klosterfahrt" ohne störende Dinge, wie Fernseher oder Computer nur empfehlen Sollte man jedes Jahr machen!
Außerdem bekommen wir die Möglichkeit mit der Äbtissin zu sprechen, was schon sehr interessant ist, weil man als "normaler" Gläubiger doch recht neugierig ist, wie es im Kloster zugeht und wie man überhaupt erst "auf die Idee kommt".
Am Sonntagmorgen ist Koffer Packen angesagt und voll mit verschiedenen Eindrücken verlassen wir das Kloster und lassen Mariendonk und die netten Schwestern zurück.
Eine Fahrt, die mir sehr positiv in Erinnerung geblieben ist!?
(Kathi Drag)

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Aufenthalt im Kloster Mariendonk
?Der Aufenthalt im Kloster Mariendonk war für den gesamten Religionskurs 13 eine neue Lebenserfahrung. Gewöhnlicher Lebensstandard war nicht vorhanden, kein TV, kein Computer, nichts von alledem. Gebete und Gruppenarbeiten füllten die Zeit. Feste Zeiten bestimmten den Tagesablauf. Es gab drei Mahlzeiten und 3 Gebetszeiten. in den freien Stunden ging man spazieren oder spielte Karten.
Für mich war es zwar eine neue Erfahrung, aber noch mal würde ich es nicht machen. Gründe hierfür sind folgende:
Ich gehe normalerweise nicht in die Kirche. Gebete sind bei mir Mangelware und ungewohnt. Ich brauche meinen gewöhnlichen Lebensstandard.?
(Lukas)

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