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02.03.2017 14:21 Alter: 146 days
Kategorie: Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit

Projekttage: "Der Boden von Düsseldorf..."


Projekttage an der Hulda-Pankok-Gesamtschule vom 1.-2.2.2017
Der Boden von Düsseldorf – Studien zu einem achtsamen Umgang 


Im Kontext der Auseinandersetzungen mit den Grundwerten Achtsamkeit und Respekt widmete sich die Jahrgangsstufe 11 dem Boden von Düsseldorf. Die Eingangsfrage lautete, wie viel Dreck und Unrat wir eigentlich tagtäglich auf dem Boden sehen oder übersehen.

So zogen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen in die Düsseldorfer Innenstadt. Das schmuddeligen Grün vor dem Bahnhof, das glänzende Pflaster vor dem Rathaus, die dunklen Steine vor den teuren Einkaufspassagen und der Asphalt schlichter Nebenstraßen wurde in je einem Quadratmeter ausgemessen, fotografiert, detailgenau beschrieben, dann von losem Schmutz gesäubert und noch einmal fotografiert.

Die SchülerInnen haben ihre Ergebnisse zuerst sachorientiert ausgewertet. An welchen Orten lag wie viel Schmutz? Lassen sich zwischen den Orten und der Menge und der Art des Unrats Zusammenhänge herstellen? Sind diese Zusammenhänge erwartet oder unerwartet? Es überraschte sie etwa, dass vor teuren Geschäften tatsächlich kaum Unrat zu finden war. Ebenso unerwartet war aber auch, dass ein Quadratmeter gewöhnlicher Bürgersteig in der Altstadt mit insgesamt einundsechzig Kaugummiflecken regelrecht übersät war.

In kurzen Essays reflektierten manche anschließend ihre Gefühle und Eindrücke bei den Reinigungsarbeiten, eventuell auch die Reaktion von Passanten. Andere verfassten Texte zum Großstadtleben, zur Vergänglichkeit, zu Dreck, zu Verwahrlosung und Einsamkeit, zu Sauberkeit … und dann, weiter gefasst, dem Schicksal von PET-Flaschen und zum Müll auf dem Boden der Meere. Zum Abfall, der sich im Laufe eines Tages auf dem Boden der Schule sammelt, entstand ein Kurzfilm.

Was bleibt nach zwei Tagen? Zumindest zwei Veränderungen beobachteten viele SchülerInnen an sich selbst. Wenn sie durch Düsseldorf gehen, nehmen jetzt Unrat wahr, den sie vorher schlicht übersehen oder nicht wahrgenommen haben. Und als Konsequenz daraus wollen sie nicht mehr unbefangen irgendetwas auf die Straße werfen oder dort liegen lassen.

Eine Gruppe interessierter SchülerInnen ging nicht auf die Straße, sondern besuchte das Stadtarchiv Düsseldorf. Mit Hilfe von Archivalien und Sekundärliteratur widmeten sie sich dort der Frage, wie die Düsseldorfer Straßen vor dem ersten Weltkrieg bzw. zwischen den Weltkriegen gereinigt und sauber gehalten wurden. Hier stellte sich etwa heraus, dass die Düsseldorfer Stadtverwaltung die Einwohner Düsseldorfs bereits vor 150 Jahren sehr eindringlich in die Pflicht genommen hat, vor ihren Häusern regelmäßig zu kehren und die Wege sauber zu halten. Unterstützt wurden die Bürger von professionellem Personal mit Pferdewagen, die zunehmend zur städtischen Straßenreinigung eingesetzt wurden. Ein Netz öffentlicher Bedürfnisanstalten lässt sich schon für die Zeit vor 1914 rekonstruieren und diente zusätzlich der öffentlichen Straßensauberkeit. Die Ergebnisse dieser Recherchen wurden ebenfalls in kleinen Essays zusammengestellt.


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